Text-Workshop für Berater/innen, Trainer/innen und Coaches in Köln

Workshop: Texte, die für Sie sprechen 

Wir bieten offene Workshops an, in denen wir unser Wissen und unsere Erfahrungen als Beraterinnen, Trainerinnen und gleichzeitig Schreiberinnen verbinden und weitergeben:

Knackig schreiben als Berater/in, Trainer/in oder Coach

Einen Fachartikel oder ein Buch schreiben: das sind gängige Marketing-Tipps für Berater/innen, Trainerinnen und Coaches. Natürlich braucht man auch: einen Blog oder Texte für die Website, die sich von anderen unterscheiden und Kunden in Scharen herbei locken.

Schön, aber schwer? Denn: In Ihrem Kopf wuseln prima Ideen hin und her, aber es will Ihnen nicht gelingen, sie mit Struktur und rotem Faden zu Papier zu bringen…
… dann sind Sie bei uns richtig.

Gute Texte aus eigener Kraft schreiben mit dem richtigen Handwerkszeug

Wir sagen Ihnen, wie Sie gute Texte aus eigener Kraft schreiben können. Unsere Überzeugung: Jeder und jede kann schreiben. Sie brauchen nur das richtige Handwerkszeug dafür.

Das vermitteln wir Ihnen in einem Workshop. Sie bekommen sofort umsetzbare Tipps und können in einer kleinen Gruppe an eigenen Texten arbeiten.

Inhalte:

  • Platzieren: das richtige Medium finden
  • Loslegen: schnelle Strategien für Text-Ideen und – Entwürfe
  • Zuschneiden: einfache Modelle für kunden- und leserorientierten Text-Aufbau
  • Anpassen: Stil-Tipps fürs Überarbeiten
  • Das Eigene betonen: Kreativtechniken für eine lebendige und individuelle Note

Wann?

 Termin auf Anfrage

Wo?

Balthasarstr. 81 im Agnesviertel in Köln 

Was kostet es?

280,00 Euro bei mindestens sechs Teilnehmenden zzgl.19 % MwSt.

Interesse und/oder Fragen?

Melden Sie sich:
0221.22207234 oder
E-Mail: goehring@budde-und-goehring.de

Christina Budde & Julia Göhring

 

Wie man mit Storytelling Herz und Hirn gewinnen kann – mit Conchita Wurst auf Heldenreise

Storytelling ist ein wichtiges Instrument für alle, die professionell schreiben – dies gilt für Mitarbeiter-Zeitschriften und Broschüren ebenso wie für Tageszeitungen. Zwar meint durchaus nicht jeder und jede dasselbe mit dem Begriff Storytelling – alles möglichen erzählerischen Mittel vom szenisch-anschaulichen Einstieg in eine Printmagazin-Reportage bis hin zur Verknüpfungs-Strategien von Foto, Ton und Video mit einem Web-Text werden damit bezeichnet.

Aber in einem ist man einig: eine gut erzählte Geschichte erreicht Hirn UND Herz der Adressaten und ist deshalb bestens geeignet, Botschaften an Leser, Kunden und Mitarbeitende zu bringen und vor allem – dort zu verankern. Korrekt soweit. Was aber genau ist damit gemeint?

Das möchte ich Ihnen am Beispiel des Sieges von Conchita Wurst beim ESC zeigen. Und auch, was Sie daraus für das Storytelling in Ihren Texte ableiten können. Es sind drei essentielle Zutaten, die Sie brauchen.

1. Storytelling-Zutat: Gute und richtige Botschaften fürs Hirn

Erst einmal zum Hirn. Die Berichterstatter und Kommentatoren der Online-Portale waren schnell und einig mit Ihrer Einschätzung, was genau in den Hirnen des Publikums vorgegangen war: „Mit Conchita Wurst triumphieren Toleranz und Menschenrechte“ so Stern.de. Und bei Spiegel Online hieß es „Triumph der bärtigen Conchita Wurst aus Österreich: Sie machte den Eurovision Song Contest zu einem Referendum darüber, was in Europa gesellschaftlich akzeptiert wird und was nicht.“

Das ist ein Teil der Botschaft, ja, und es ist der Teil, der die Hirne erreicht. Es sind gute und – aus unserer Sicht – richtige Werte, absolut. Aber was glauben Sie? Greifen Menschen für abstrakte Werte wie Toleranz und Menschenrechte in Massen zum Telefon, um einen österreichischen Sänger in Frauenkleidern Ihrer Solidarität zu versichern?

2. Storytelling-Zutat: Verbindendes fürs Herz

Vielleicht. Aber ich bin nicht überzeugt. „Es war der Bart“, rufen Sie, „erinnern Sie sich, Frau Göhring, der pompöse Song, er war überzeugend vorgetragen.“ Ich denke, es war etwas anderes. Gutes Storytelling fängt beim Herz an – auch hier. Es war etwas Persönliches, das die Menschen bewegt hat, etwas, das sie spüren ließ, dieser Mensch ist authentisch, mit Bart, mit pompösem Song. Tom Neuwirth alias Conchita Wurst sang vielleicht nicht um sein Leben – aber die Zuschauer fühlten: Er singt FÜR sein Leben.

Sei, was Du bist, dann wirst Du stark genug sein, um Dein Ziel zu erreichen – egal, WAS Du bist. Das ist der Kern dieser Helden-Geschichte. „Kann sich irgendjemand vorstellen, wie viele Tränen dieser Junge vergossen hat, bei dem Versuch, sich immer treu zu bleiben?“, habe etwa US-Star Cher getwittert, schreibt Spiegel Online. „Die Courage die er brauchte, um seinen Traum zu leben?“

Und ja, ich glaube, die meisten Menschen konnten sich genau das vorstellen, als sie für Conchita abstimmten, denn in der ein oder anderen Weise hat jeder und jede in seinem oder ihrem Leben einmal eine Erfahrung gemacht haben, die dieser – und sei es im Kleinen – gleicht. Wir alle kennen die Sehnsucht, seien zu dürfen, was wir sind. Und hier sitzt der Kern von wirklich überzeugenden Stories. Ihre Grundbotschaft ist immer diesselbe und ebenso einfach wie bewegend. Sie lautet: Wir alle sind gleich. Womit wir wieder bei den Menschenrechten wären – aber jetzt können wir sie auch fühlen.

Glaubwürdig wurde die Geschichte auch deshalb, weil die Möglichkeit eines Scheiterns ihres Heldens immer in greifbarer Nähe schien: in seiner Heimat Österreich gab es eine Petition dagegen, dass der ORF Conchita Wurst ausgewählt hatte, in Weißrussland gegen den „beleidigenden Auftritt“, der eine „Gefahr für Kinder“ sei, der Mitkonkurrent aus Armenien machte sich über ihn lustig, die Journalisten sahen zunächst vor allem das Kuriosum einer bärtigen Drag-Queen.  – Cochita Wurst hat eine klassische Heldenreise hinter sich, in der der Held unzählige Prüfungen bestehen muss, um sein Ziel zu erreichen.

3. Storytelling-Zutat: Das Angebot, selbst zu handeln

Und jetzt kommt noch etwas Wichtiges hinzu. Egal, ob Sie Kunden ansprechen oder Mitarbeiter begeistern wollen – Storytelling funktioniert immer genau dann am besten, wenn Ihre Adressaten  aktiv in die Geschichte einsteigen können. Indem die ESC-Zuschauer für Conchita Wurst anrufen konnten, konnten sie aktiv ein Teil dieser Erfolgsgeschichte werden. Es ist nun nicht länger alleine die Geschichte von Tom Neuwirth, es ist die Geschichte all derer, die mitgesiegt haben, weil sie für ihn stimmten. Es ist eine bleibende Verbindung.

Ist ja schön und gut, aber was heißt das für meine Texte?

Und jetzt immer und überall nur „Drama, baby“? Nein, das nicht. Stattdessen: Wenn Sie in Zukunft Storytelling einsetzten, suchen Sie immer zuerst nach dem verbindenden Moment in Ihrer Geschichte – dem Aspekt, den Lesende und Protagonisten der Story teilen – und der diese mit Ihrer Botschaft verbindet. Das kann auch funktionieren, wenn Sie über Steuerberatung oder Gebäudemanagement schreiben. Überprüfen Sie gut, ob Ihre Geschichte auch zu Ihrer Botschaft passt. Und – wo immer möglich – geben Sie Ihrem Adressaten die Möglichkeit, ein Teil dieser Geschichte zu werden. Lassen Sie sie kommentieren, telefonieren, mailen, Tests ausfüllen – was immer das Medium so hergibt.

Noch nicht genug Butter bei die Fische? In einem nächsten Beitrag, versprochen, sehen wir uns mal ein paar Beispiele aus dem Leben jenseits des ESC an.